Warum ist Loslassen in einer On-Off-Beziehung so schwierig? Und wie du es endlich schaffen kannst!
- Steffi Klemp
- 19. Feb.
- 6 Min. Lesezeit

Loslassen ist ein Wort, das in On-Off-Beziehungen immer wieder auftaucht – und doch scheint es eines der schwierigsten Dinge zu sein, wenn es darum geht, sich emotional von einer Person zu lösen, die man so sehr liebt. Viele Menschen stecken fest in einem schmerzhaften Kreislauf von Trennung und Wiederannäherung, ohne zu verstehen, warum es so schwer ist, endgültig loszulassen.
In diesem Artikel möchte ich dir erklären, warum das Loslassen in einer On-Off-Dynamik so herausfordernd ist, warum es aber auch so wichtig ist und wie du es tatsächlich schaffen kannst – auch ohne weiteren Kontakt zu deinem Herzmenschen.
Warum ist das Loslassen in einer On-Off-Beziehung oft so schwer?
Eine On-Off-Beziehung kann süchtig machen. Sie bietet einerseits emotionale Höhen, wenn der Partner zurückkommt oder sich wieder annähert und andererseits tiefe emotionale Tiefen, wenn die Beziehung wieder in eine Krise gerät oder es zur Trennung kommt. Diese emotionalen Extreme führen oft dazu, dass man sich emotional abhängig fühlt – und das Loslassen schnell unmöglich erscheint.
Es gibt einige wesentliche Gründe, warum das Loslassen in einer On-Off-Beziehung so schwer ist:
1. Der „Kick“ der Wiedervereinigung
Jedes Mal, wenn sich dein Herzmensch wieder meldet, bekommst du einen emotionalen „Kick“ – ein Gefühl der Bestätigung, der Liebe und der Hoffnung, dass es dieses Mal anders sein wird. Das Gehirn belohnt dieses Verhalten, indem es Dopamin ausschüttet, das „Wohlfühlhormon“. Du fühlst dich lebendig und bist voller Hoffnung. Doch dieser Kick ist trügerisch – er verschleiert die wahren Probleme in der Beziehung und macht dich emotional abhängig von diesen kurzen Momenten der Freude.
2. Die Angst vor dem endgültigen Verlust
Oftmals liegt die Schwierigkeit des Loslassens darin, dass die Trennung endgültig scheint. Wenn du loslässt, gibst du die Hoffnung auf, dass dein Herzmensch doch noch „zurückkommt“ oder sich verändert. Viele Menschen haben eine tief verwurzelte Angst vor dem Verlassenwerden und in einer On-Off-Beziehung scheint es einfacher zu sein, die Beziehung aufrechtzuerhalten – selbst wenn sie schmerzhaft ist – als den endgültigen Verlust zu akzeptieren.
3. Ungelöste emotionale Verletzungen
On-Off-Beziehungen sind oft das Ergebnis tiefliegender emotionaler Wunden, die aus der Kindheit oder vergangenen Beziehungen stammen. Diese Wunden können dazu führen, dass du dich unbewusst immer wieder in Beziehungen begibst, die dich emotional verletzten, in der Hoffnung, dass sie dieses Mal „geheilt“ werden. Loslassen bedeutet, sich diesen Wunden zu stellen – und das ist ein Prozess, der Zeit und Mut erfordert.
Warum ist Loslassen so wichtig?
Auch wenn das Loslassen unglaublich schwer erscheint, ist es dennoch der einzige Weg, um langfristig emotionale Freiheit und inneren Frieden zu finden. Das Festhalten an einer ungesunden Beziehung führt nur zu weiterem Schmerz und verhindert, dass du Platz für eine gesunde, erfüllende Beziehung schaffst.
Hier sind drei Gründe, warum Loslassen so wichtig ist:
1. Du befreist dich von emotionaler Abhängigkeit
Solange du in einer On-Off-Beziehung feststeckst, bleibst du emotional abhängig von den Höhen und Tiefen dieser Dynamik. Das Loslassen ermöglicht es dir, wieder Kontrolle über deine eigenen Gefühle und dein eigenes Leben zu erlangen.
2. Du öffnest dich für gesunde Beziehungen
Indem du eine On-Off-Beziehung loslässt, schaffst du Raum für Menschen, die dir die Liebe und Stabilität geben können, die du wirklich verdienst. Oftmals blockieren wir unbewusst die Möglichkeit einer gesunden Beziehung, indem wir an einer ungesunden festhalten.
3. Du heilst alte emotionale Wunden
Der Prozess des Loslassens ist oft auch ein Prozess der Heilung. Indem du die Vergangenheit loslässt, beginnst du, deine eigenen emotionalen Wunden zu erkennen und zu heilen, sodass du gestärkt und freier in die Zukunft gehen kannst.
Der Irrglaube: Loslassen trotz Kontakt zu deinem Herzmenschen - warum das nicht funktioniert.
Eine der häufigsten Fehlannahmen, die ich bei meinen Klientinnen in On-Off-Beziehungen erlebe, ist die Überzeugung, dass sie weiterhin Kontakt zu ihrem Herzmenschen brauchen, um loszulassen. Diese Überzeugung wird auch oft von anderen, meistens ,,Dualseelencoaches" verbreitet. Wenn du das liest oder hörst ist Vorsicht geboten! Denn hier wird versucht, dich in die nächste Anhängigkeit zu bringen, nämlich in die des Coaches. Dieser Glaube basiert auf der Hoffnung, dass die Dinge sich mit der Zeit ändern könnten – oder dass es einfacher wird, loszulassen, wenn der Kontakt „sanfter“ abbricht. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.
Auch wenn es sich hart anhört: Kein Kontakt ist der Schlüssel zum Loslassen. Jedes Mal, wenn du deinem Herzmenschen wieder begegnest, Nachrichten schreibst oder an ihn denkst, wird der emotionale „Kick“ erneut aktiviert und du wirst zurück in die alte Dynamik gezogen. Der Prozess des Loslassens erfordert eine klare Trennung, damit du dich emotional neu ordnen und auf dich selbst konzentrieren kannst.
Was hat eine On-Off-Dynamik mit Trauma zu tun?

On-Off-Beziehungen und das damit verbundene emotionale Auf und Ab können oft mit unverarbeitetem Trauma verbunden sein. Traumata – insbesondere solche aus der Kindheit oder aus vergangenen Beziehungen – können emotionale Muster erzeugen, die dazu führen, dass wir in schädliche Beziehungsdynamiken geraten.
Trauma wird oft missverstanden. Es sind nicht immer die großen Schicksalsschläge, die wir im Leben erleben - wie der Verlust eines geliebten Menschen oder schwere Unfälle. Oft können es auch kleine seelische Verletzungen aus der Kindheit sein, die uns bis heute prägen. Ein Vater, der emotional abwesend war oder eine Mutter, die übermäßig streng war, können tiefe Spuren hinterlassen. Solche Erlebnisse wirken sich unbewusst auf unsere Beziehungsdynamiken aus. Sie schaffen emotionale Muster, die uns in ON-Off-Beziehungen festhalten und das Loslassen erschweren. Diese alten Wunden nähren den Wunsch nach Bestätigung und Zuneigung, die wir oft in toxischen Beziehungen suchen - auch wenn diese uns nicht guttun.
Hier sind einige Beispiele, wie Trauma mit On-Off-Dynamiken verknüpft sein kann:
1. Bindungstrauma
Menschen, die in ihrer Kindheit unsichere oder instabile Bindungen erlebt haben, neigen dazu, ähnliche Dynamiken in ihren erwachsenen Beziehungen zu wiederholen. Eine On-Off-Beziehung bietet eine vertraute, wenn auch schädliche Form der Beziehung, die an die Unsicherheit oder emotionale Unverfügbarkeit erinnert, die sie vielleicht als Kinder erlebt haben.
2. Wiederholungsmuster
Trauma kann unbewusst dazu führen, dass wir uns in Beziehungen begeben, die frühere emotionale Verletzungen hochholen. Oft hoffen wir, dass wir dieses Mal „heilen“ oder das Ergebnis ändern können. Doch statt zu heilen, werden wir in den gleichen Schmerz hineingezogen, den wir ursprünglich vermeiden wollten. Diese Wiederholungsschleife kann das Loslassen noch schwerer machen.
3. Emotionale Taubheit und „Adrenalinsucht“
Trauma kann uns emotional abstumpfen oder uns dazu bringen, intensive emotionale Erlebnisse zu suchen, um uns lebendig zu fühlen. On-Off-Beziehungen bieten genau diese Intensität – die Höhen der Wiedervereinigung und die Tiefen der Trennung. Das Gehirn wird auf diese emotionalen Schwankungen „süchtig“ und das Loslassen fühlt sich an, als würde man aufhören, den „Kick“ zu spüren, den diese Beziehung bietet.
Was steckt wirklich hinter dem Bedürfnis nach der On-Off-Dynamik?

Oftmals steckt hinter der Anziehung zu einer On-Off-Dynamik etwas ganz anderes als die Liebe zu der anderen Person. Es geht um tief verwurzelte Ängste und ungelöste emotionale Bedürfnisse.
Hier sind einige häufige emotionale Muster, die ich in meiner Arbeit mit Klientinnen immer wieder sehe:
Angst vor Verlassenwerden : Die Angst, allein zu sein, kann dazu führen, dass man an einer schädlichen Beziehung festhält, weil der Schmerz des Verlassens größer erscheint als der Schmerz, in der Beziehung zu bleiben.
Niedriges Selbstwertgefühl : Wenn du das Gefühl hast, nicht gut genug oder nicht liebenswert zu sein, wirst du dich eher an eine Beziehung klammern, die dir nur zeitweise eine Bestätigung gibt.
Ungeklärte emotionale Wunden : Oft sind On-Off-Dynamiken ein Spiegel ungelöster emotionaler Wunden aus der Vergangenheit. Solange diese Wunden nicht geheilt sind, wirst du immer wieder in ähnliche Beziehungsmuster zurückfallen.
Fazit: Loslassen als Akt der Selbstliebe
Das Loslassen einer On-Off-Beziehung ist kein Zeichen von Schwäche oder Aufgeben – es ist ein Akt der Selbstliebe und des Mutes. Es bedeutet, dass du dich selbst genug wertschätzt, um dich von emotionalen Mustern zu befreien, die dir nicht guttun. Indem du den Kontakt zu deinem Herzmenschen reduzierst oder ganz abbrichst, schaffst du den Raum, den du brauchst, um zu heilen und dich auf das zu konzentrieren, was du wirklich verdienst: eine gesunde, liebevolle Beziehung, die auf Respekt und gegenseitiger Wertschätzung basiert.
Wenn du wirklich loslassen möchtest...
...dann ist mein Online-Kurs „Let It Be – Dein Weg zum Loslassen https://www.findedeinglueckindir.com/letitbe“ genau das Richtige für dich. Hier kannst du in deinem eigenen Tempo und Schritt für Schritt den Weg in die emotionale Freiheit gehen. Der Kurs bietet dir die Möglichkeit, dich in deinem eigenen Rhythmus mit deinem Loslassprozess auseinanderzusetzen – ganz so, wie es für dich passt. Wenn du bereit bist, dich von schmerzhaften Mustern zu befreien und endlich loszulassen, dann ist dieser Kurs der ideale Begleiter für deinen Weg.
In diesem Sinne wünsche ich Dir von Herzen, dass Du den Mut findest, Dich selbst zu erkennen und Deine innere Stärke zu entfalten. Dein Weg zur Heilung ist einzigartig und ich glaube fest daran, dass Du alles schaffen kannst, was Du Dir wünschst. Du bist nicht allein auf diesem Weg - ich stehe an Deiner Seite.
Alles Liebe für Deinen Prozess!
Bis bald, Deine Steffi

So super beschrieben! Vielen Dank